Lexikon
Abonnement
Ein Abonnement bedeutet, dass man eine Zeitung oder Zeitschrift regelmäßig zugeschickt bekommt. Die Zeitung wird mit der Post geliefert oder von einem Zusteller gebracht. Man bezahlt dafür einmal im Jahr, alle drei Monate oder jeden Monat.
Abonnementauflage
Gesamtzahl der Exemplare einer Zeitung oder Zeitschrift, die an feste, zahlende Bezieher geliefert wird.
Adversarial Attack
Ein Adversarial Attack ist ein gezielter Angriff auf KI-Modelle durch manipulierte Eingabedaten, die das System zu Fehlentscheidungen verleiten. Diese für Menschen kaum erkennbaren Manipulationen können KI-Systeme stark beeinträchtigen – zum Beispiel durch minimale Pixeländerungen in Bildern oder spezielle Muster auf Kleidung, die Bilderkennungssysteme täuschen.
Advertorial
Ein Advertorial ist Werbung, die wie ein normaler redaktioneller Artikel aussieht. Dadurch ist oft nicht klar, ob es sich um Werbung oder einen journalistischen Beitrag handelt. Nach deutschem Presserecht müssen Werbung und Redaktion jedoch deutlich voneinander getrennt sein – ein Advertorial muss also als Anzeige gekennzeichnet werden. In der Praxis passiert das jedoch häufig nicht.
Aggregatoren
Ein Nachrichten-Aggregator ist ein Programm, das anhand von Algorithmen einzelne Meldungen auswählt und den Nutzer:innen präsentiert. Bekannte Beispiele sind etwa Google News, Yahoo Nachrichten oder Social Network Seiten wie Facebook oder Twitter.
Aktualität
Siehe → Qualitätskriterien.
Algorithmus
Ein Algorithmus ist eine Reihe von klaren Anweisungen, die nacheinander ausgeführt werden. In der Mathematik und bei Computern sind Algorithmen sehr wichtig. Sie werden auf viele Arten genutzt: Google benutzt sie, um passende Suchergebnisse zu zeigen. Job-Portale nutzen sie, um passende Stellen zu finden. Navigationsgeräte benutzen sie, um die beste Route zu berechnen. Auch in sozialen Netzwerken helfen Algorithmen, persönliche Inhalte, Freunde oder Veranstaltungen vorzuschlagen.
Alternative Medien
Alternative Medien bieten eine Gegenöffentlichkeit zu den bekannten Mainstreammedien und großen politischen Institutionen. Sie wollen zeigen, dass es neben den etablierten Nachrichten auch andere Perspektiven gibt.
Diese Medien arbeiten oft nicht neutral. Journalistische Regeln wie Ausgewogenheit werden häufig ignoriert. Die Inhalte kommen meist von politisch motivierten Menschen, die ihre eigene Meinung vertreten.
Alternative Medien verbreiten oft Informationen, die von einer bestimmten politischen Meinung geprägt sind und die eigenen Interessen derjenigen zeigen, die sie machen. Besonders im rechten politischen Spektrum sind solche Medien weit verbreitet.
Analoge Medien
Umgangssprachlich auch „alte Medien“ genannt. Dazu gehören gedruckte Medien wie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Plakate sowie ältere Speicher- und Abspielmedien wie Audiokassetten, VHS-Kassetten und Schallplatten.
Anriss
Ein Anriss ist ein kurzer Hinweistext auf der Titelseite einer Zeitung, der auf einen Artikel im Inneren aufmerksam macht. Im Online-Journalismus übernimmt der sogenannte Teaser diese Funktion, weil er das Interesse wecken und zum Weiterlesen motivieren soll.
Anzeige
Eine Anzeige ist eine bezahlte und gestaltete Mitteilung, meistens Werbung, die dem Interesse des Absenders dient. Sie gehört nicht zur redaktionellen Arbeit, und laut Pressekodex müssen Redaktion und Werbung klar voneinander getrennt bleiben.
Anzeigeteil
Der Anzeigeteil ist der Bereich einer Zeitung, in dem überwiegend Anzeigen veröffentlicht werden. Er unterscheidet sich häufig optisch vom redaktionellen Teil, zum Beispiel durch eine andere Spaltenaufteilung.
Artikel
Ein Artikel ist ein redaktioneller Text, der eine gewisse Länge überschreitet, etwa ein Bericht, eine Reportage oder ein Kommentar. Leserbriefe und Anzeigen zählen nicht zu den Artikeln.
Astroturfing
Astroturfing kommt von der Kunstrasen-Firma „Astroturf“. Es bedeutet, dass eine Meinung so gezeigt wird, als würden viele Menschen sie teilen. In Wirklichkeit wird sie aber von Agenturen oder Politikern gemacht. Das passiert zum Beispiel durch falsche Konten, gefälschte Likes oder erfundene Briefe. Beispiele sind russische Kampagnen im Ukrainekrieg oder Kommentare für die Deutsche Bahn, die die Privatisierung unterstützen. Die Folgen von Astroturfing sind noch nicht genau erforscht.
Aufhänger
Ein Aufhänger ist ein aktueller Anlass, über den berichtet wird.
Auflage
Die Auflage gibt an, wie viele Exemplare einer Zeitung gedruckt werden.
Aufmacher
Der Aufmacher ist der wichtigste Beitrag auf einer Seite oder Titelseite.
Auskunftsrecht
Das Auskunftsrecht sichert Journalist:innen zu, dass Behörden ihre Fragen beantworten müssen.
Außenpluralität
Außenpluralität liegt vor, wenn viele verschiedene Medienanbieter durch ihr Angebot für Vielfalt bei Programmen und Meinungen sorgen.
Backfire Effekt
Der Backfire-Effekt ist ein psychologischer Effekt. Er beschreibt, dass die Korrektur einer falschen Informationmanchmal nicht akzeptiert wird. Stattdessen kann sich die falsche Überzeugung sogar noch stärker verfestigen, während man über die Korrektur nachdenkt. Der Backfire-Effekt tritt besonders dann auf, wenn es um tiefe Überzeugungen geht, die sich über längere Zeit gebildet haben.
BDZV
Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger vertritt die Interessen der Verleger deutscher Zeitungen.
Bericht
Siehe → Journalistische Darstellungsformen.
Bildreportage
Eine Reportage, die hauptsächlich aus Bildern besteht.
Binnenpluralität
Binnenpluralität sorgt dafür, dass öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ein vielfältiges Programm und unterschiedliche Meinungen anbieten. Die Einhaltung wird intern von Aufsichtsgremien (Rundfunkrat) oder extern von Landesmedienanstalten kontrolliert.
Buch
Ein Teil der Zeitung, der mehrere ineinander gelegte Seiten umfasst. Die Zeitung ist in mehrere „Bücher“ (z.B. Mantel, Lokal- oder Sportteil) aufgeteilt.
Bots
→ Social Bots
Boulevardzeitung
Eine stark verbreitete Tageszeitung mit großen Schlagzeilen, die meist sensationelle Themen behandelt und oft im Straßenverkauf erscheint.
Bürgerjournalismus
Bürgerjournalismus bedeutet, dass jede Person Nachrichten unabhängig und öffentlich erstellen kann, z. B. über Blogs, Podcasts oder soziale Medien wie YouTube, Twitter oder Facebook. Dadurch können mehr Menschen an öffentlicher Kommunikation teilnehmen und politische Entscheidungen transparenter werden. Nachteilig ist, dass viele Informationen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.
Cancel-Culture
Cancel Culture bezeichnet eine vor allem in sozialen Netzwerken verbreitete Praxis. Dabei wird versucht, eine Person systematisch zu boykottieren oder „abzulehnen“, weil sie etwas gesagt oder getan hat, das umstritten oder diskriminierend ist. Der Begriff „Cancel Culture“ ist umstritten: Befürworter:innen sehen darin eine Möglichkeit, Verantwortung für das eigene Verhalten zu zeigen, Kritiker:innen sehen darin oft Überreaktionen oder zu harte Bestrafungen.
Chef vom Dienst
Eine leitende Redaktionsperson, die für die zeitliche und inhaltliche Planung einer Zeitungsausgabe zuständig ist.
Chefredakteur:in
Leitung aller Redaktionen einer Zeitung.
Clickbaiting
Clickbaiting (deutsch: „Klickköder“) ist eine Internet-Masche, bei der reißerische Überschriften und Vorschauen Nutzer zum Klicken verleiten. Die locken mit neugierig machenden Informationen, führen aber oft zu enttäuschenden Inhalten. Ziel ist die Steigerung von Zugriffszahlen und Werbeeinnahmen durch möglichst viele Klicks.
Community Management
Führung einer Online-Community und Verbindung zwischen Seitenbetreiber und Nutzer:innen. Dazu gehören Forum-Moderation, Kontrolle von Kommentaren und Maßnahmen zur Stärkung der Gemeinschaft.
Confirmation Bias
Zu Deutsch: Bestätigungsfehler. Neigung von Menschen, Informationen und Nachrichteninhalte so wahrzunehmen, dass sie ihre eigene Meinung bestätigen. Dabei werden Informationen ausgeblendet, die dieser widersprechen. Dieses Bedürfnis wird in → Filterblasen und → Echokammern gezielt befriedigt, wo man tendenziell nur mit Inhalten konfrontiert wird, die mit den eigenen Überzeugungen und Ideen konform sind. Der Confirmation Bias ist ein wesentlicher Aspekt der selektiven Wahrnehmung.
Content Creation
Unter Content Creation versteht man die Produktion multimedialer Inhalte im Internet, wie Videos, Blogeinträge, Livestreams etc.. In der Regel ist die gesamte Produktion solcher Inhalte gemeint.
Content Management
Planen und Organisieren von Inhalten. Bei Social Media heißt das oft, Kommentare oder Beiträge zu prüfen und ungeeignete Inhalte zu entfernen.
Content Marketing
Bezahlte Inhalte, die informieren oder unterhalten, und gezielt neben normalen Artikeln gezeigt werden, um bestimmte Leute anzusprechen.
Counter Speech
Counter Speech bedeutet auf Deutsch Gegenrede. Das heißt, dass man Hass und beleidigende Kommentare im Internet nicht einfach akzeptiert, sondern darauf antwortet. Menschen, die sich dafür einsetzen, können zusammenarbeiten und denen helfen, die von Hate Speech betroffen sind. Auch für stille Leser:innen, die nicht selbst kommentieren, ist Counter Speech wichtig, weil sie dadurch eine andere Perspektive sehen und sich eine eigene Meinung bilden können.
Dachzeile
Eine Zeile, die über der Überschrift steht und die Aussage der Überschrift ergänzt.
Debunking
Debunking bedeutet das Entlarven von Falschinformationen. Es funktioniert am besten, wenn vertraute Personen auf Desinformation hinweisen, da Familie und Freunde als glaubwürdiger gelten. Wichtig sind einfache Formulierungen, faktenbasierte Darstellung und alternative Erklärungen für Ereignisse. Videos erweisen sich als besonders wirksam, um Aufmerksamkeit für Richtigstellungen zu gewinnen.
Deep-Fake
Deepfakes sind Bilder, Videos oder Töne, die von Computern mit Hilfe von künstlicher Intelligenz gemacht oder verändert werden. Sie sehen sehr echt aus, sind aber oft gefälscht. Deepfakes werden sowohl für kreative Ideen als auch für falsche Informationen genutzt.
Deep Learning
Deep Learning ist eine Methode, bei der Computer mit künstlichen Netzwerken lernen. Diese Netzwerke haben viele Schichten und können komplizierte Muster in großen Datenmengen erkennen, zum Beispiel in Bildern, Texten oder Tönen. Im Gegensatz zu normalen Methoden muss Deep Learning nicht extra trainiert werden. Es kann selbst aus den Daten lernen. Deep Learning wird oft für Dinge wie Gesichtserkennung, Sprache verstehen, Übersetzungen oder selbstfahrende Autos verwendet.
Desinformation
Desinformation (engl. “disinformation”) sind falsche, ungenaue oder irreführende Informationen, die erfunden, präsentiert und verbreitet werden, um Gewinne zu erzielen oder bewusst öffentlichen Schaden anzurichten. Desinformation zielt darauf ab, zu manipulieren, also einen falschen Eindruck zu erwecken.
Durch die schiere Menge an Informationen wird es immer schwieriger herauszufinden, welche Informationen verlässlich sind und welche nicht. Desinformationskampagnen nutzen diesen Zustand aus, um Zweifel an etablierten Informationsquellen zu schüren und die Gesellschaft zu spalten. Selbst wenn der Desinformation nicht ganz geglaubt wird, trägt sie zu einem Klima bei, in dem anderen Quellen ebenfalls nicht mehr getraut wird.
Desinformationskampagnen
Desinformationskampagnen sind gezielte Aktionen, bei denen bewusst falsche oder irreführende Informationen verbreitet werden. Ziel ist es, Menschen zu täuschen, zu beeinflussen oder zu verunsichern.
Digitale Medien
Deep Learning ist ein KI-basierter Teilbereich des maschinellen Lernens. Dabei wird ein künstliches Neuronen-Netzwerk (KNN) mit mehreren Schichten (hidden layers) verwendet, das die Funktionsweise eines Gehirns simuliert. Dadurch können auch komplexe Muster und Informationen verarbeitet werden, beispielsweise in der Sprach-, oder Gesichtserkennung. Anders als beim auf menschliche Überwachung angewiesenen maschinellen Lernen können beim Deep-Learning auch Daten in ihrer „Rohform“ verarbeitet werden.
Doxing
Beschreibt das Zusammentragen und Veröffentlichen von persönlichen Daten aus dem Internet, meist mit bösartigen Absichten z.B. um prominente Personen wie Politiker:innen einzuschüchtern.
Echokammer
Echokammer beschreibt, dass man sich im Internet oft nur mit Menschen umgibt, die die gleichen Meinungen und Interessen haben wie man selbst. Dort werden die eigenen Ansichten bestärkt, und man muss sich nicht mit anderen Meinungen auseinandersetzen. Menschen teilen oft Inhalte aus gleichen Quellen, zum Beispiel aus alternativen Medien. So entsteht leicht der Eindruck, dass die eigene Meinung von den meisten geteilt wird. Das Phänomen hängt eng mit der Filterblase zusammen.
Einstieg
Siehe auch → Lead. Beginn eines Artikels, der so interessant sein sollte, dass er die Leser:innen zum Weiterlesen anregt.
Emotionalisierung
Bezeichnet die gezielte Ansprache oder Verstärkung von Gefühlen, wie Wut, Angst oder Empörung. Durch Emotionalisierung kann man die Aufmerksamkeit von Menschen gewinnen und Interesse für die eigenen Inhalte erzeugen. Sie wird häufig in Medien, Werbung, Politik oder Kunst eingesetzt, aber auch als Strategie zur Verbreitung von Desinformation verwendet. Denn: Emotionale Reaktionen schwächen das kritische Denken, fördern das unreflektierte Teilen von Informationen und steigern so die Reichweite und Wirkung von Desinformation.
Ente
Eine Ente im Journalismus ist eine falsche oder erfundene Nachricht, die irrtümlich oder bewusst veröffentlicht wird und dadurch die Öffentlichkeit in die Irre führt.
Erscheinungsweise
Die zeitliche Aufeinanderfolge zweier Ausgaben einer Zeitung oder Zeitschrift; Tageszeitungen haben eine tägliche Erscheinungsweise. Die ZEIT erscheint wöchentlich am Donnerstag. Die Süddeutsche Zeitung Montag bis Samstag.
Exiljournalismus
Exiljournalismus ist das Berichten über Nachrichten und Politik von außerhalb des eigenen Landes, weil Journalist:innen in ihrem Heimatland verfolgt, bedroht oder zensiert werden. Sie arbeiten also im Exil, um weiterhin unabhängig über Ereignisse berichten zu können.
Fake News
Fake News sind eine Art von Desinformationen, die sich auf aktuelle Themen und Ereignisse beziehen und deren Kerninformation empirisch falsch ist. Sie verfolgen das Ziel, die Leser:innen zu täuschen. Die pseudo-journalistischen Fake News werden oft über das Internet, insbesondere über die sozialen Netzwerke verbreitet und sollen die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen. Sie sehen aus wie echte Nachrichten, weil sie den Stil und die Themenauswahl von echten Medien kopieren. Aber anders als bei richtigem Journalismus wird bei Fake News nicht sorgfältig recherchiert.
Der Begriff Fake News wird auf zwei Arten verwendet: Einerseits bezeichnet er falsche Nachrichten. Andererseits nutzen ihn manche Politiker als Kampfbegriff gegen seriöse Medien – sie sprechen dann von „Lügenpresse“ und bewerben stattdessen „Alternative Medien“.
Faktencheck
Faktencheck-Seiten bieten eine Gegenstrategie für gezielte Desinformation und Lügen in sozialen Netzwerken. Unabhängige Journalist:innen und Rechercheur:innen überprüfen Aussagen anhand erforschter und dokumentierter Daten und Sachlagen auf ihren Wahrheitsgehalt und veröffentlichen die Ergebnisse.
Falschmeldung
→ Misinformation
Falschinformationseffekt
Der Falschinformationseffekt bedeutet, dass sich unsere Erinnerungen verändern können, wenn wir falsche Informationen über ein Erlebnis hören oder lesen. Das kann unabsichtlich passieren oder wenn jemand uns bewusst täuschen will. Dies kann beispielsweise passieren, wenn man in den Medien auf Berichte über ein Ereignis stößt, das man selbst in ähnlicher Form miterlebt hat und im Anschluss daran die in den Nachrichten erwähnten Details in die eigene Erinnerung „einpflanzt”. Viele solcher Konstrukte entstehen aus der Kombination echter Erinnerungen mit Informationen von anderen, wobei man dann oft vergisst, woher die Information stammt, sodass Inhalt und Herkunft der Information auseinanderfallen.
False-Consensus-Wahrnehmung
Der False-Consensus-Effekt ist ein häufiges Phänomen. Menschen glauben oft, dass viele andere ihre Meinung teilen. Sie denken, dass ihre persönlichen Ansichten, Gefühle und Wahrnehmungen weit verbreitet sind. Dabei übertragen sie einfach ihre eigene Meinung und die ihres Umfelds auf die gesamte Gesellschaft. Ein Beispiel: Menschen, die auf Social Media häufig und emotional ihre Meinungen posten, etwa in Form von Hasskommentaren, glauben häufig, sie würden für die Mehrheit der Gesellschaft sprechen.
False-Flag-Aktionen
False-Flag-Aktionen sind Täuschungsmanöver, bei denen gefälschte Inhalte oder falsche Social-Media-Profile erstellt werden, um Desinformation zu verbreiten. Meist werden sie genutzt, um politische Gegner:innen schlecht aussehen zu lassen oder ihnen etwas anzuhängen.
Feature
Ein Feature kombiniert Bericht und Reportage: Es beleuchtet Hintergründe, enthält erzählerische Elemente und betrachtet ein Thema aus verschiedenen Perspektiven.
Fehlinformation
→ Misinformation
Feuilleton
Das Feuilleton ist der Teil einer Zeitung, der verständlich und unterhaltsam über das kulturelle Leben wie Theater, Musik, Kunst und Literatur berichtet.
Filterblase
Eine Filterblase bedeutet, dass wir im Internet meist nur Inhalte sehen, die zu unseren Interessen passen. Algorithmen zeigen uns vor allem Beiträge und Nachrichten, die wir mögen könnten. Was uns nicht interessiert, bekommen wir kaum zu sehen.
Das ist problematisch: Wenn in unserer Filterblase falsche Informationen auftauchen, die unsere Meinung bestätigen, glauben wir sie oft ohne nachzuprüfen. So entsteht eine Informationsblase, in der wir vieles ungeprüft als wahr annehmen.
Wie stark dieser Effekt ist, ist umstritten. Klar ist: Menschen wählen gerne Informationen, die ihre Meinung bestätigen. Algorithmen verstärken das nur. Die Filterblase entsteht vor allem durch unsere eigenen Denkmuster.
Gate-Keeping
Gate-Keeping bedeutet, dass Journalist:innen Informationen filtern und auswählen, bevor sie veröffentlicht werden. Durch das Internet und soziale Netzwerke können heute aber alle Menschen direkt Inhalte veröffentlichen, ohne dass Journalist:innen sie vorher prüfen. Dadurch hat der traditionelle Journalismus weniger Kontrolle über Informationen.
Gegendarstellung
Eine Gegendarstellung ist eine kurze, sachliche Antwort einer betroffenen Person auf einen veröffentlichten Artikel, in der sie vermeintlich falsche oder missverständliche Tatsachen richtigstellt und die die Redaktion verpflichtend abdrucken muss.
Gegenrede
Siehe → Counter Speech
Genres
Als journalistische Genres werden standardisierte → journalistische Darstellungsformen bezeichnet, z. B. → Nachricht, → Reportage, → Kommentar oder → Interview.
Gewaltenteilung
Damit der Staat seine Macht nicht unkontrolliert nutzen kann, gibt es die sogenannte Gewaltenteilung. Sie schützt die Demokratie. Die Staatsgewalt wird in drei Bereiche aufgeteilt: Legislative: Sie macht die Gesetze. Zum Beispiel der Bundestag. Exekutive: Sie sorgt dafür, dass die Gesetze eingehalten werden. Zum Beispiel Polizei oder Verwaltung. Judikative: Sie prüft, ob Menschen nach dem Gesetz handeln, und entscheidet bei Streitfällen. Zum Beispiel Richterinnen und Richter.
Durch diese Aufteilung wird verhindert, dass einzelne Personen zu viel Macht bekommen oder diese missbrauchen. So bleiben die Freiheiten der Bürger:innen geschützt.
Die Medien werden zusätzlich oft als „vierte Gewalt“ bezeichnet, weil sie die Arbeit der anderen drei kontrollieren und Informationen weitergeben.
GIF
Ein GIF (Graphics Interchange Format) ist ein Dateiformat, in dem mehrere Einzelbilder die übereinander liegen, in einer Datei abgespeichert werden. Ein GIF kann dafür genutzt werden, kurze Animationen zu erstellen, die ins Internet hochgeladen und geteilt werden. Im Netz werden GIFs als Memes genutzt. Meist sind das kurze Szenen aus Filmen, Serien und Musikvideos, welche teils verfremdet, gekürzt oder mit Text versehen werden. GIFs werden etwa bei Messengern wie WhatsApp und Co. verschickt oder auch als Reaktion in Kommentaren auf Sozialen Netzwerken wie Twitter oder Instagram.
Glosse
Eine Glosse ist ein kurzer, pointierter Meinungsbeitrag, oft ironisch oder satirisch, der unterhalten und zum Nachdenken anregen soll.
Graswurzeljournalismus
Auch → Bürger:innenjournalismus.
Grubenhund
Ein besonderer Typ von Falschmeldungen, in den Ironiesignale eingebaut sind, und mit dem die Kompetenz von Journalist:innen getestet werden soll. Nicht zu verwechseln mit → Ente.
Halluzination
Eine KI-Halluzination beschreibt, wenn ein KI-System plausibel wirkende, aber falsche oder irreführende Inhalte erzeugt. Dies geschieht, wenn das Modell Informationen erfindet oder Daten falsch interpretiert. Ursachen sind meist schlechte Trainingsdaten, Überanpassung oder Algorithmusfehler.
Hassrede
Siehe → Hate Speech
Hate Speech
Hate Speech (oder auch Hassrede) sind beleidigende oder hasserfüllte Äußerungen im Internet und in Sozialen Medien. Sie richten sich gegen bestimmte Menschengruppen, zum Beispiel wegen ihrer Religion, Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung. Dazu gehören Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und andere Formen von Intoleranz. Solche Äußerungen verbreiten Hass oder rufen sogar zu Gewalt gegen diese Gruppen auf.
Herausgeber:in
Eine Herausgeberin oder ein Herausgeber ist die Person oder Institution, die die grundsätzliche Ausrichtung und Haltung eines Mediums wie einer Zeitung, Zeitschrift oder eines Blogs bestimmt und oft auch als Verleger:in fungiert.
Hintergrundberichterstattung
Hintergrundberichterstattung erklärt zusätzlich zu den aktuellen Nachrichten die Ursachen, Zusammenhänge und Hintergründe eines Ereignisses oder einer Entscheidung, damit man sie besser verstehen kann.
Hoax
Hoax (zu Deutsch „Schwindel“) bedeutet im Internet falsche Nachrichten, die sich weit verbreiten und die viele Menschen glauben. Auch Kettenbriefe gehören dazu. Hoax-Nachrichten schaden meist nicht direkt, aber man sollte ihre Ratschläge nicht befolgen. Früher waren Hoaxes hauptsächlich falsche Viruswarnungen. Heute werden sie oft für politische Falschinformationen genutzt und können Organisationen schaden. Typische Hoax-Nachrichten bitten um Weiterleitung – zum Beispiel mit dem Versprechen, dass man dafür kostenlose Inhalte bekommt.
Hostile Media Effect
Der Hostile Media Effect beschreibt, dass Menschen mit starken Meinungen oft denken, neutrale Medienberichte wären unfair zu ihrem Standpunkt. Die meisten Mediennutzer:innen finden Berichte ausgewogen. Aber Personen mit festen Überzeugungen glauben häufig, die Medien seien gegen sie. Das passiert besonders bei umstrittenen Themen und in stark geteilten Gruppen. Dadurch vertrauen Menschen den Medien weniger und die politischen Lager driften weiter auseinander.
Impressum
Das Impressum ist eine gesetzlich vorgeschriebene Übersicht, in der steht, wer für ein Medium verantwortlich ist – zum Beispiel Verlag, Druckerei, verantwortliche Redakteur:innen und die Anzeigenleitung.
Influencing
Influencer:innen (vom englischen „to influence“ = beeinflussen) sind Personen, die regelmäßig eigene Inhalte wie Texte, Bilder, Audios oder Videos zu bestimmten Themen im Internet veröffentlichen. Sie nutzen dafür Blogs oder soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat oder Twitter. Durch ihre häufigen Beiträge regen sie Gespräche und Interaktionen an. Was Influencer:innen besonders macht: Sie erreichen mit ihren Inhalten viele Menschen und können so auch deren Meinungen beeinflussen.
Informationsfreiheit
Informationskrieg
Informationswäsche
Interview
Siehe → journalistische Darstellungsformen.
Investigativer Journalismus
Journalismus
Journalist:innen bereiten Informationen als Medienangebot auf. Dabei müssen sie Informationen recherchieren, priorisieren und zur Verfügung stellen, sodass die Bürger:innen informiert sind. Journalismus erfüllt drei wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft. Erstens sorgt er für Information, indem er relevante Nachrichten auswählt, darüber sachlich und verständlich berichtet sowie Fakten überprüft und Desinformation entlarvt. Zweitens unterstützt er die Meinungsbildung durch die Darstellung verschiedener Standpunkte. Drittens übernimmt Journalismus eine Kontrollfunktion, indem er Machthabende aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen kritisch beobachtet und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht. Um Journalist:in zu sein muss man keine bestimmte Ausbildung oder ähnliches haben, aber man soll ich am deutschen Pressekodex orientieren.
Journalistische Darstellungsformen
Journalist:innen haben verschiedene Möglichkeiten einen Text zu verfassen.
Es gibt nachrichtliche Texte, die frei von Meinung des:r Autor:in, sind. Dazu gehören:
Bericht
Der Bericht ähnelt dem Kurzbericht/ → Meldung. Während der Kurzbericht sich auf die Neuigkeit und die Beantwortung der wichtigsten Fragen beschränkt, liefert der Bericht zusätzlich Hintergründe und weitere wichtige Begebenheiten im Zusammenhang der Meldung. Der Bericht ist umfassender und kann die → W-Fragen entsprechend über mehrere Absätze beantworten und muss dies nicht zwingend in einem Absatz tun.
Feature
Das Feature ist eine Mischung aus verschiedenen Darstellungsformen. Manchmal liegt es näher an der Reportage, manchmal näher am Bericht. Das Feature blickt immer mehr auf den Hintergrund, die Reportage mehr auf das tatsächliche Ereignis. Im Unterschied zum Bericht enthält das Feature auch erzählerische Elemente, etwa wenn ein eher fachliches Thema mit Beispielen aufgelockert wird. Im Gegensatz zur Reportage beleuchtet ein Feature das Thema aus mehreren Blickwinkeln.
Info-Kasten
Der Infokasten ist in einen größeren Artikel integriert und erläutert ein Fremdwort oder einen komplizierten Sachverhalt.
Kurzbericht/Meldung
Der (Kurz-)Bericht (bzw. die Kurzmeldung) fasst kompakt die wichtigsten Informationen zu einem Ereignis oder Thema zusammen. Dabei wird auf nebensächliche Informationen verzichtet. Die verwendete Sprache ist wertfrei und eher nüchtern. Oft wird in der Meldung auf zusätzliche Informationsangebote (z.B. das Onlineportal einer Nachrichtensendung) hingewiesen. Häufig beschränken sich die Meldungen auf die Fragen wer, was, wann und wo.
Porträt
Porträtiert werden können Personen, aber auch Personengruppen sowie Vereine oder Firmen. Das Porträt stellt weniger sprachliche und inhaltliche Anforderungen an die verfassende Person als eine Reportage oder ein Feature. Meist beschränkt sich die Recherche auf ein mehr oder weniger langes Gespräch mit dem zu Porträtierenden. Das Porträt ist ebenfalls eine Mischform. Manchmal gleicht es einer Reportage, manchmal einem Bericht. Man unterscheidet zwischen einer langen Personengeschichte (ausführliche Beschreibung des Lebens und der Lebensumgebung, der Ansichten, Ziele, Wünsche und Träume der Person), eines themenbezogenen Porträts (z.B. eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft) und eines Kurzporträts (persönliche Daten, Lebenslauf, errungene Leistungen usw. im Telegrammstil).
Reportage
Die R. ist die lebendige Schilderung eines Ereignisses, das der Reporter oder die Reporterin selbst beobachtet oder erlebt hat. Sie vermitteln nicht nur Fakten, sondern auch Gefühle und Eindrücke. Die Leser:innen sollen das Gefühl haben, live dabei zu sein. Deshalb sind Reportagen meist in der Gegenwartsform (Präsens) geschrieben.
Kommentierende Texte enthalten die Meinung der:s Verfassenden. Dazu gehören:
Glosse
Die Glosse ist ein kürzerer, pointierter Meinungsbeitrag, der die Leser:innen zum Nachdenken anregen und unterhalten soll. Von Kommentar und Leitartikel unterscheidet sich die Glosse durch ihren ironischen, häufig satirischen, manchmal polemischen oder feuilletonistischen Charakter.
Interview
Das Interview ist eine der wichtigsten Techniken für Journalist:innen. Es ist ein Mittel der Recherche und eine Darstellungsform, z.B. in einer Nachrichtensendung. Es lassen sich drei Arten von Interviews unterscheiden; das Interview zur Sache, zur Person sowie zu einer bestimmten Meinung.
Kolumne
In Kolumnen werden Sachverhalte näher betrachtet. Es handelt sich dabei um einen kurzen Meinungsbeitrag in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt, mit dem der:die Journalist:in z.B. versuchen kann, den Leser:innen bezüglich gewisser Verhaltensweisen die Augen zu öffnen.
Kommentar
Ein Artikel, der die Meinung des:der Journalist:in wiedergibt. Die Autor:innen sagen in Kommentaren ihre Meinung zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ereignissen. Es gibt verschiedene Formen von Kommentaren, wie z. B. lange K. (Leitartikel) zu fundamentalen Themen (Wie bringen wir Deutschland wieder aus der Corona-Krise?). K. können auch einen Aspekt behandeln (Warum geht nichts vorwärts bei der Verkehrswende in Dresden?). Außerdem gibt es Kurzk., die auf große Analysen verzichten und einfach nur eine Meinung wiedergeben (Die Bunte Republik Neustadt: Hat sich bewährt und gehört zu Dresden.).
Kritik/Rezension
Die Kritik, auch Rezension genannt, behandelt aktuelle kulturelle Themen: Bücher, Filme, Konzerte usw. werden besprochen. Die Kritik ist immer die persönliche, subjektive Meinung des:der Autor:in. Da Kritiker:innen erstens „vom Fach“ sind und man über Kunst ohnehin streiten kann, genießen sie im Gegensatz zum Kommentator wesentlich mehr Freiheiten. Die Sprache richtet sich oft nach dem Anlass und der Lesergruppe.
Umfrage
Hier handelt es sich um mehrere aneinander gereihte Interviews, bei denen jeweils nur ein und dieselbe Frage gestellt wird (Wer soll neuer Nationaltrainer werden? Sind die Ladenöffnungszeiten ausreichend?). Diese Umfragen sind nicht repräsentativ, sondern sollen ein aktuelles Thema unterhaltsam auflockern. Man sammelt möglichst verschiedene Meinungen einer Handvoll Menschen, oft versehen mit Kopf-Fotos, Namen, Alter, Wohnort und Beruf. Die Antworten sollten kurz und knackig sein.
Kasten
Beitrag, der durch einen Rahmen hervorgehoben wird.
Kaufzeitung
Siehe → Boulevardzeitung.
Klickköder
→ Clickbaiting
Klon
Kognitive Dissonanz
Kolumne
Kommentar
Ein Kommentar gibt die Meinung des:der Journalist:in wieder; er kann umfassend (Leitartikel), auf einen Aspekt beschränkt oder kurz sein.
Konstruktiver Journalismus
Korrespondent:in
Kritik/Rezension
Künstliche Intelligenz (KI)
Landesmedienanstalt
Lead
Siehe → Einstieg.
Leitartikel
Leser:innenbrief
Lokalmonopol
Lokalzeitung
Lügenpresse
“Lügenpresse” ist ein abwertender Begriff, der Misstrauen gegen etablierte Medien ausdrückt. Wer diesen Begriff benutzt, unterstellt Journalisten, dass sie absichtlich lügen oder Fakten verdrehen. Der Begriff stammt aus der Nazi-Zeit.
Der Begriff kritisiert auch, welche Nachrichten ausgewählt und wie sie dargestellt werden. Dabei geht es weniger um Wahrheit, sondern mehr um Fragen wie: Sind die Berichte ausgewogen? Sind sie neutral? Sind die Medien unabhängig?
Mainstreammedien
Malinformation
Mantel
Manuskript
Maschinelles Lernen (Machine Learning, ML)
Massenmedien
Mediensystem
Meinungsfreiheit
Meldung
Meme
Misinformation
Multiple Source Effect
Nachricht
Nachrichtenagenturen
Nachrichtenwert/ Nachrichtenfaktoren
Native Advertising
Netiquette
Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG)
Das NetzDG ist ein Gesetz, das seit dem 1. Oktober 2017 gilt. Es soll helfen, Hass, Straftaten und falsche Informationen in sozialen Netzwerken besser zu bekämpfen. Dazu gehören zum Beispiel Beleidigung, Verleumdung, Aufruf zu Straftaten, Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Bedrohung.
Das Gesetz verpflichtet soziale Netzwerke, Beschwerden von Nutzer:innen schnell zu prüfen und problematische Inhalte zu löschen oder zu sperren. Manche Menschen sehen das Gesetz jedoch als Möglichkeit zur Zensur.
Neue Medien
Siehe → digitale Medien.
Newsdesk
Zu deutsch: „Nachrichtentisch”. Gemeint ist damit der Arbeitsplatz, an dem aktuelle Meldungen eintreffen. Mit N. ist vor allem eine moderne Organisationsform in Zeitungsredaktionen gemeint, bei denen Ressortleiter aus unterschiedlichen Ressorts an einem gemeinsamen Tisch sitzen und über die Themen und Nachrichten entscheiden. Am N. können zudem crossmedial, also durch verschiedene Medienkanäle, mehrere Plattformen abgestimmt und bedient werden.
Newsroom
Zu deutsch: „Nachrichtenraum”. Der N. unterstützt architektonisch neue redaktionelle Konzepte des ressort- und medienübergreifenden Planens und Arbeitens. Zur besseren Absprache und Koordination sitzen alle Journalisten in einem gemeinsamen Redaktionsraum. Mit N. ist dabei gar nicht so sehr die Architektur, sondern eher das neuartige Organisationsmodell und die neue Art journalistisch zu denken und zu handeln gemeint. Oft ist Rede vom „Fall der Mauern im Kopf“. Mitunter wird das Konzept N. mit dem → Newsdesk verbunden: Der Newsdesk bildet dann das Zentrum eines Newsrooms.
Objektive Berichterstattung
Öffentlicher Rundfunk
Page Impressions
Partizipativer Journalismus
Siehe → Bürgerjournalismus.
Phishing
Political Correctness
Zu deutsch “Politische Korrektheit”. Political Correctness beschreibt den Zustand, in welchem die Sprechenden einen aktuellen Sprachgebrauch auf Grundlage bestimmter Normen kritisch hinterfragen. In Bezug auf gesellschaftliche Verhältnisse oder geschichtliche Verwendungszusammenhänge werden einzelne Wörter oder Redewendungen als unangemessen eingestuft und ggf. durch Alternativen ersetzt.
Poor Journalism
Porträt
Ein Porträt beschreibt Personen, Gruppen oder Organisationen, meist basierend auf einem Gespräch; es kann kurz, thematisch oder ausführlich sein und ähnelt Feature oder Reportage.
Populismus
Postfaktisch
Presse
Presseagentur
Siehe → Nachrichtenagentur.
Presseausweis
Pressefreiheit
Pressemitteilung
Veranstaltung, zu der Politiker:innen und Parteien, Behörden, Firmen etc. Vertreter:innen der Medien einladen, um sie über ein bestimmtes Thema zu informieren.
Pressekonferenz
Veranstaltung, zu der Politiker:innen und Parteien, Behörden, Firmen etc. Vertreter:innen der Medien einladen, um sie über ein bestimmtes Thema zu informieren.
Pressekodex
Presserat
Print-Medien
Grundsätzlich die Bezeichnung für alle gedruckten Medien. Allgemein werden darunter nur die Presse-Erzeugnisse Zeitung und Zeitschrift verstanden.
Private Rundfunksender
Propaganda
Psychografik
Q-Anon
Ein fiktiver Internet-Charakter, der Verschwörungsideologien verbreitet. Q-Anon (oder Q) ist das Pseudonym einer mutmaßlich amerikanischen Person oder Gruppe.
Diese Verschwörungserzählung kombiniert verschiedene Mythen zu einer weltweiten Erzählung. Im Kern stehen unbelegbare Behauptungen über einen „tiefen Staat“ („Deep State“), in dem Prominente, Linke und Superreiche angeblich die Welt kontrollieren. Donald Trump verstärkte diese Erzählung durch Verbreitung von Q-Botschaften auf Twitter. Wie viele Verschwörungstheorien enthält auch Q-Anon antisemitische Elemente.
Qualitätskriterien
Querdenken 711
Q. ist eine Bewegung aus Stuttgart, die in mehreren deutschen Städten mit Regionalgruppen vertreten ist. Gründer ist Michael Ballweg. Viele Teilnehmende sehen einige ihrer Grundrechte durch die Corona-Verordnung eingeschränkt und fordern deshalb ihre Aufhebung. Die Bewegung ist heterogen und greift die Sorgen unterschiedlichster Menschen und Gruppierungen auf. Ihr wird eine fehlende Abgrenzung bzw. Unterwanderung von der rechten Szene vorgeworfen.
Rabbit Hole
Recherche
Siehe → Qualitätskriterien.
Rechts-Alternative Medien
Redakteur:in
Fest angestellte:r Journalist:in bei einer Zeitung.
Redaktion
Redaktionskonferenz
Die Redaktionskonferenz, zu der sich alle Redakteur:innen des Tages versammeln, diskutiert Themen und Inhalte der Sendung oder der nächsten Ausgabe der Zeitung. Gemeinsam werden aktuelle Ereignisse gesichtet und beurteilt, welche Themen heute einen Platz in der Sendung oder Zeitung bekommen.
Redaktionelle Leitlinie
Die redaktionelle Linie von Medienunternehmen bestimmt die politische Werthaltung der jeweiligen Redaktion und dient der Strukturierung von Inhalten und der Abgrenzung zu anderen Medien im Wettbewerb. Die Einschätzung der redaktionellen Linie einer Redaktion lässt sich anhand der politischen Links-Rechts-Dimension vornehmen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Welt, der Focus oder die Bild-Zeitung gelten als konservative Printmedien, während der Spiegel, die Zeit, die Süddeutsche Zeitung oder die taz eher links oder liberal eingestellt sind.
Redigieren
Bearbeitung von Texten für die Veröffentlichung: kürzen, ergänzen, Stil verbessern, korrigieren, mit Überschrift versehen.
Redpilling
Regionalpresse
Die regionalen Abonnement-Zeitungen lassen sich unterscheiden in „standortgebundene Zeitungen“, die mit kleinen Auflagen ein relativ enges Verbreitungsgebiet haben, und in → „Regionalzeitungen“, die einen größeren Raum abdecken, oft mit Unter-, Neben- und Bezirksausgaben.
Regionalzeitung
Tageszeitung, deren Verbreitungsgebiet eine bestimmte Region umfasst.
Reichweite
Angabe darüber, von wie vielen Menschen durchschnittlich pro Tag eine Zeitung gelesen wird (Leser pro Nummer = LpN). Bei Online-Medien wird die Reichweite über die → Visits gemessen.
Reportage
Siehe → journalistische Darstellungsformen.
Ressort
Rezension
Siehe → journalistische Darstellungsformen.
Rubrik
Artikel oder Anzeigen zu einem Thema/Bereich, die unter einem bestimmten Titel regelmäßig erscheinen, z.B. Kommentar, Immobilienmarkt, Kfz-Markt.
Rundfunkrat
Satire
Schlagzeile
Schweigespirale
Die Schweigespirale beschreibt, dass Menschen ihre Meinung oft nur sagen, wenn sie denken, dass viele andere die gleiche Meinung haben. Wer glaubt, mit seiner Meinung zur Minderheit zu gehören, schweigt aus Angst vor Ablehnung.
Dadurch wirkt die Meinung der Mehrheit stärker, auch wenn sie in Wirklichkeit nur von einer kleinen Gruppe vertreten wird.
Shitstorm
Selective Exposure
Sleeper Effect
Social Bots
Sockenpuppen
Sonntagszeitungen
Zeitungen, die ausschließlich am Sonntag erscheinen und im Abonnement oder am Kiosk erhältlich sind (z.B. Welt am Sonntag).
Spalte
Zeitungsseiten sind senkrecht in Spalten eingeteilt. Zahl und Breite der Spalten sind in der Regel für den redaktionellen Teil und für den Anzeigenteil unterschiedlich.
Supplement
Eine Beilage, die der Zeitung regelmäßig beiliegt. In der Süddeutschen Zeitungen liegt beispielsweise freitags das Süddeutsche Magazin bei. In vielen anderen Zeitungen gibt es ein wöchentliches TV-Programm.
Tageszeitung
Teaser
Siehe → Anriss.
Third-Person-Effect
Traffic
Trolling
Umbruch
Die optische Gestaltung einer Zeitungsseite. Grundsätzlich ist die Seite in → Spalten unterteilt. Innerhalb dieser Spalten-Schemas werden Texte, Überschriften, Fotos und Anzeigen so gesetzt („umgebrochen“), dass ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Lesbarkeit erzielt wird.
Unterzeile
Zeile unter einer Überschrift oder einem Bild.
User-Generated Content
Überlauf (Umlauf)
Fortsetzung eines Artikels oder einer Anzeige auf einer Seite weiter hinten in der Zeitung.
Überregionale Zeitung
Überschrift
Verbreitungsgebiet
Die räumliche Abgrenzung, in der eine Zeitung verbreitet wird.
Verschwörer:in
Geheime Absprache von einer (kleinen) Gruppe Menschen, ein bestimmtes Ziel im Bereich des Machterwerbs oder des Machterhalts mit bestimmten Mitteln erreichen zu wollen. Als Verschwörer:innen werden real existierende Gruppen benannt z.B. Geheimdienste, polit-ökonomische Gruppen oder wohlhabende Familien.
Verschwörungserzählung
Vertrauenswürdigkeit
Vier-Augen-Prinzip
Visit
Zu deutsch „Besuch“. Ein Visit bezeichnet einen zusammenhängenden Nutzungsvorgang auf einer Website. Dies bedeutet, dass eine oder mehrere Seiten angesehen werden können. Wenn ein:e User:in 30 Minuten inaktiv ist, weil er/sie die Seite verlassen hat oder keine weitere Aktion tätigt, gilt ein Visit als beendet. Kehrt die Person nach Ablauf dieser Zeit erneut auf die Seite zurück, wird ein neuer Visit gezählt. Die Zahl der Visits entspricht der Bruttoreichweite einer Website.
Visitor
Unter Visitor versteht man die Person, die eine Website besucht. Besucht ein Visitor eine Seite mehrmals am Tag, so wird er als ein Visitor betrachtet, der mehrere Visits getätigt hat. Besucht ein Visitor an zwei unterschiedlichen Tagen die Website, so handelt es sich um zwei Visitors.
Unique Visitor
Auf der Basis von einem Tag entspricht ein U. einem Visitor. Bei einem längeren Zeitraum als einem Tag unterscheiden sich diese Werte jedoch, da die Person anhand von Cookies eindeutig als schon da gewesener Visitor identifiziert werden kann. Wenn ein Visitor bereits zum zweiten Mal innerhalb eines bestimmten Analysezeitraums, also an mindestens zwei unterschiedlichen Tagen, die Website besucht, so wird diese Person als Unique Visitor erkannt und nur einmal in dem Analysezeitraum gezählt.
Volontariat
Volontär:in
Redakteur:innen in Ausbildung.
Vorspann
Redaktioneller Text, der einen Artikel einleitet. Er ist meist fett, oder in einer anderen Schriftgröße als der eigentliche Artikel gedruckt und fasst dessen Inhalt zusammen (→ Aufhänger und → Einstieg).
Web 2.0
W-Fragen
Whistleblowing
Zensur
Zumacher
Artikel (meist flach), der unten auf einer Zeitungsseite steht. Gegenteil → Aufmacher.
Zwei-Quellen-Prinzip
Das Zwei-Quellen-Prinzip ist eine journalistische Methode, wonach bei journalistischer Arbeit immer mindestens zwei unabhängige Quellen herangezogen werden. Dadurch sollen Desinformation, Gerüchte und Falschmeldungen verhindert und eine ausgewogene Berichterstattung garantiert werden.
Zwischentitel/ Zwischenzeile
Zwischenüberschriften, die einen langen Zeitungsartikel auflockern und für eine bessere Verständlichkeit sorgen.
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Unsere Angebote richten sich an Schulen ab Klasse 7, an außerschulische Einrichtungen, Eltern, pädagogische Fachkräfte in Sachsen, Bayern, Hamburg und Berlin durchgeführt. Sie sind modular aufgebaut und können so flexibel miteinander kombiniert werden. Individuelle Wünsche gerne in Absprache: hey@spreuweizen.de